Letztendlich wird es von einem Zug oder einem Straßenfahrzeug bestimmt werden, denn dieses Diorama präsentiert ein zeitloses, ruhiges und dennoch faszinierendes Bild. Die Details ziehen immer wieder die Blicke auf sich, und je länger man hinsieht, desto mehr Details entdeckt man. Um dieses Ergebnis zu erzielen, wurden verschiedene effektive Entwurfs- und Konstruktionsmethoden angewendet. Dieser Artikel präsentiert die Ergebnisse in Form einer „Showcase“-Präsentation, was angesichts des gelungenen Endergebnisses nicht verwunderlich ist. Vielleicht können wir die am häufigsten nachgefragten Techniken in einem späteren Bericht zum Thema „Bauen mit Markenburg“ genauer erläutern. Bewundern wir zunächst Henk van Rhenens Diorama.
Henk verfügt über umfangreiche Erfahrung im Modellbau. Die Erstellung einer Entwurfszeichnung spielte kaum eine Rolle, obwohl der Entwurf in seinem Kopf durch die Zeit, die er ihm zum Reifen gab, bereits gut Gestalt angenommen hatte. Henk weiß nun genau, was er in seinem bevorzugten Maßstab (1:160) auf dem gängigen A4-Blatt unterbringen kann. Die Komposition ist daher größtenteils im Voraus geplant, doch während der Ausführung kann es vorkommen, dass Elemente hinzugefügt oder entfernt werden, um das Gesamtbild optisch ansprechender zu gestalten. Das Hauptmotiv musste eine Brücke von bescheidener Größe sein. Das überrascht nicht; diese Wahl gibt bereits den Ton für das gesamte Diorama vor. Was für eine kleine Brücke wählt man?
In diesem Fall die Binnenpolderse Vliet-Brücke. Und obwohl Henk, wie zu erwarten, die Groote Waard (südlich von Dordrecht) und die weitere Geschichte dieser Landschaft nicht eingehend recherchiert hat, verbergen sich bereits im Namen der Brücke einige wichtige Details. Sie heißt „Binnenpolders“, was bedeutet, dass die Wasserwege der Entwässerung dienten. Es handelte sich dabei nicht um wichtige Handelsadern, da es tatsächlich keine größeren Städte gab, die über ein solches Netz von Entwässerungsgräben erreichbar waren. Ein „Vliet“ ist übrigens ein ausgehobener Wasserweg, der in diesem Fall dazu diente, das gesammelte Wasser aus den ebenfalls innerhalb des Polders ausgehobenen Gräben nach außen, in Richtung des heutigen Flusses Amer, abzuleiten.
Für alle, die es noch nicht verstanden haben: Wir sprechen von den Lehmböden der niederländischen Landschaft, die durch intensive Bewirtschaftung nutzbar und bewohnbar wurden. Andernfalls blieben sie stark schwankende Sumpfgebiete oder wurden schnell wieder zu solchen. Beispielsweise konnte der Lehm durch das Anpflanzen von Kopfweiden mithilfe ihrer Wurzeln etwas zusammengehalten werden. Weiden mögen feuchte Böden, wachsen schnell und lassen sich leicht vermehren. Schneidet man einen Weidenzweig ab und steckt ihn in feuchte Erde, wächst im folgenden Jahr eine neue Weide. Die Weiden konnten auch so beschnitten werden, dass man aus den Zweigen Körbe und andere Gegenstände flechten konnte. Weiden wachsen zwar schnell, bleiben aber durch das Beschneiden relativ klein. Aus den Stämmen wurden unter anderem Holzschuhe hergestellt, bevor der Baum richtig zu faulen begann. Die Lücke in der Reihe wurde dann im Herbst meist mit einer neuen jungen Weide wieder aufgefüllt.
Und dann war da noch die Eisenbahn, die erst Jahrhunderte später in die Landschaft integriert wurde. Es war besser, sie auf einem kleinen Damm zu verlegen, da der Lehmboden für den damals bereits relativ starken Zugverkehr nicht ausreichend tragfähig war. Vor allem aber musste die Strecke auch dann befahrbar sein, wenn die Felder unerwartet, oft im Winter, überschwemmt wurden. Die Brücke erhebt sich daher relativ hoch über das „Vliet“, weniger um Boote passieren zu lassen, sondern weil die Bahnlinie bereits auf einem Damm verläuft. Dass man mit einem kleinen Boot fahren konnte, war ein willkommener Vorteil. Denn noch um 1900 gab es in der Region viele Menschen, die in Biesbosch arbeiteten und ihren Lebensunterhalt verdienten; das Gebiet war im Wesentlichen nur mit dem Boot erreichbar. Tatsächlich entstanden Straßen in diesen Gebieten erst später. Bis in die 1960er-Jahre gab es im Allgemeinen keinen Grund, sie zu pflastern. Die Steine waren teuer, und die Menschen waren es gewohnt, Waren hauptsächlich mit kleinen Booten oder mit Lasttieren und Karren zu transportieren. Relativ leichte Transportmittel kamen auch ohne Pflasterung aus. Der Nachkriegsboom mit dem zunehmenden Einsatz von Lastwagen und der wachsenden Landwirtschaft – und die allgemeine Expansion – führte jedoch dazu, dass größere und schwerere Fahrzeuge in die Polder vordrangen. Pflasterarbeiten wurden jedoch selten auf eigens dafür errichteten Dämmen durchgeführt. Meist wurden die bereits vorhandenen Karrenwege befestigt. So entstanden die bemerkenswerten gepflasterten Straßen, die zunächst über den Bahndamm führen mussten, bevor sie wieder auf das allgemeine Polderniveau hinabführten.
In Gegenden wie dieser blieben die Menschen lange Zeit weitgehend Selbstversorger. Und dabei lebten die meisten noch auf dem Land, nur eine Minderheit in Städten. So war ein Gemüsegarten bis weit in die 1980er-Jahre hinein die Norm und kein Luxus oder Vergnügen. Die gepflanzten Linden – leicht von den Weiden durch ihre unterschiedliche Blattfarbe, -größe und -form zu unterscheiden – erwiesen sich als nützlicher Windschutz in der ansonsten recht offenen Landschaft. Waren sie jedoch groß und alt genug, konnten sie gefällt werden, um Werkzeuge, Spielzeug, hochwertiges Bauholz und Brennholzreste herzustellen. Die Gegend ist für niederländische Verhältnisse noch immer dünn besiedelt, mit einigen Weilern und kleinen Dörfern, die über die Landschaft verstreut liegen. Hauptsächlich gibt es jedoch vereinzelte Häuser und Bauernhöfe auf dem Land.
Dazu gehören die bekannten Bahnschrankenhäuser, von denen beispielsweise einst etwa 40 entlang der Langstraat-Bahnlinie auf einer Strecke von rund 46 km standen. Jeder Schrankenwärter war für die Durchführung aller regelmäßigen Inspektionen und Wartungsarbeiten sowie für die Bedienung der Bahnübergänge und Signale zuständig und gewährleistete so die Sicherheit der Bahnstrecke und der Rangierbahnhöfe. So entstand eine interessante Situation an der Binnenpolderse Vlietbrug. Sie war ursprünglich für eine zweigleisige Strecke gebaut worden, auf der zunächst nur ein Gleis verlegt war, mit der Möglichkeit, bei Bedarf ein zweites Gleis hinzuzufügen. Nach 20 Jahren Zugbetrieb schien diesbezüglich jedoch kaum Fortschritt zu erzielen. Daher beschloss der örtliche Gleisarbeiter, eine kleine Holzbrücke über die bestehenden gemauerten Widerlager zu errichten. Eine kleine Holzkonstruktion, die bei Bedarf ebenso leicht wieder entfernt werden konnte. Doch solange sie stand, erleichterte sie dem Gleisarbeiter seine tägliche Arbeit erheblich. In den 1970er Jahren musste die gesamte Brücke, einschließlich des Holzbaus, einem durchgehenden Damm mit einem Betonrohr weichen. Die bestehenden Funktionen sollten so erhalten bleiben, aber mit noch weniger Wartungsaufwand – so die Idee. Die Wahl einer kleinen Brücke kann also praktisch die gesamte Gestaltung der Umgebung bestimmen. Natürlich die Brücke selbst – und damit der Höhenunterschied zwischen Wasser und Bahngleis –, aber auch die Landschaft und sogar die Baumarten, Gebäudeformen und die verschiedenen Szenen in unmittelbarer Nähe der Brücke im Diorama. Die Kunst liegt scheinbar in den vielen kleinen Variationen – man denke an Höhen, Dimensionen, Materialien und Farben –, ohne dass etwas deplatziert wirkt.
Henk hat es sich in dieser Hinsicht nicht leicht gemacht, doch das Ergebnis ist zweifellos sehr ansprechend. Schließlich ist das Diorama keine exakte Nachbildung der tatsächlichen Situation an der kleinen Brücke. Das wäre relativ einfach gewesen, da man nicht alle Hintergründe hätte recherchieren müssen und einfach das Sichtbare oder das, was in der Vergangenheit war, 1:1 hätte nachbilden können. Obwohl es keine exakte Kopie der Realität ist, erfüllt es alle Kriterien, die eine Szene realistisch machen. In der Komposition wurde Freiheit genutzt, nicht aber in den zugrunde liegenden, durch Zeit, Natur, Kultur und andere Faktoren vorgegebenen Rahmenbedingungen. Eine Modellsituation voller alltäglicher Details, die logisch und realistisch sind und durchaus in den tiefer gelegenen Provinzen der Niederlande hätten vorkommen können. Man beachte auch den Hund und die Hasen. Und so kehren wir zum Eingangssatz zurück. Denn obwohl alles dem Wandel unterliegt und dadurch eine Momentaufnahme der Zeit erkennbar macht, sind es, sobald der Hintergrund bekannt ist, die technologischen Veränderungen und vor allem die Mode, die sich seit Langem am schnellsten vollzogen haben. Eine Änderung der Farbpalette für Eisenbahnwaggons oder ein neues Automodell folgen viel schneller aufeinander als Änderungen in Bautechniken oder Anbaumustern in einer Landschaft.